Im Jahr 2013 wurde das Gymnasium Marktoberdorf ein halbes Jahrhundert alt. Aus einer kleinen "Dorfschule" mit anfänglich 180 Schülerinnen und Schülern wurde im Laufe der Zeit ein stattliches Staatliches Gymnasium, das sich nicht zuletzt durch seine schulischen Erfolge in der Musik und im Sport weit über die Grenzen des Allgäus hinaus einen Namen machte. Kommen Sie mit auf einen kleinen Streifzug durch die Jahrzehnte und lernen Sie den Geist des Gymnasiums Marktoberdorf in Wort und Bild näher kennen!

(Text: Claus Strunz und Thorsten Krebs)


Die Anfänge: ein visionärer Bürgermeister

Als das "Deutsche Gymnasium Weißenhorn" bei Ulm Ende der 1950er Jahre aufgelöst wurde, weil die Infrastruktur  nicht mehr zeitgemäß war - man "hauste" immer noch in alten Luftwaffenbaracken aus der Kriegszeit - bewarben sich bayernweit Städte um die Übernahme dieses musischen Gymnasiums. Die junge Stadt Marktoberdorf mit ihrem visionären Bürgermeister Anton Schmid bekam den Zuschlag vor Bad Wörishofen, sodass Stadtbaumeister Werner Soppa beauftragt wurde, "auf der grünen Wiese" weit außerhalb der Stadt ein Gymnasium samt Internat für etwa 600 Schüler zu planen.

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Die ersten Jahre: Aufbruchsstimmung und ein besonderer Geist

Der Gründungsschulleiter des Gymnasiums Marktoberdorf, Hans Hennemann, amtierte von September 1962 bis Juli 1968, bis er in den wohlverdienten Ruhestand ging und vom damaligen Internatsleiter und Stelltvertretenden Schulleiter Dr. Hans-Peter Schmauch abgelöst wurde. Beide waren nicht nur maßgeblich am organisatorischen Aufbau des jungen "Peter-Dörfler-Gymnasiums" beteiligt, sondern auch an der Entstehung eines kollegialen und menschlichen Geistes, der bis heute an unserer Schule herrscht.

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Bildungseuphorie und große Erfolge in den 1970ern und 1980ern

Unter der Ägide von Dr. Schmauch entwickelte sich das Gymnasium zahlenmäßig und von seinem pädagogischen Angebot her rasant weiter. Das Internat war in den 1960er und 1970er Jahren - auch aufgrund der wenigen Gymnasien auf dem flachen Land - immer bis auf den letzten Platz ausgebucht, sodass 20 Jahre nach seiner Gründung bereits knapp 1000 Schüler das Gymnasium besuchten.

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Frühjahr 1980: Der erste Erweiterungsbau im Südosten des Schulgeländes. Lange dauert es nicht mehr bis zum Richtfest.

Anfang der 1980er: Erweiterung des Gymnasiums um Neubau und Dreifachturnhalle

Die Bildungsexpansion und die geburtenstarken Jahrgänge wirkten sich auch auf das Gymnasium Marktoberdorf aus. Den alten Namen "Peter-Dörfler-Gymnasium" hatte es mittlerweile abgelegt, an einem Schulversuch zum Gesamtschulmodell mitgewirkt und es herrschte akute Raumnot, gingen mittlerweile doch über 1000 Schüler auf das ursprünglich für 600 Kinder und Jugendliche konzipierte Gymnasium. Eine bauliche Erweiterung musste dringend her. Unter der Leitung des neuen Schulleiters Karl Weinhart war es dann 1980/81 endlich soweit: ein moderner Neubau sowie eine großzügig ausgestattete Dreifachturnhalle ergänzten das Raumangebot des Gymnasiums.

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Das erste Joseph-Musical im Jahr 1993 mit Johannes Schendel (l.) in der Hauptrolle.

Milleniumskugel, Musicals und Metaphern: Die Ära Klaus Romberg

Ab 1987 leitete dann Oberstudiendirektor Klaus Romberg die Schule - wie sein Vorgänger mit der ganzen Erfahrung eines pädagogischen Pioniers aus der Frühzeit des Gymnasiums Marktoberdorf, war er doch ebenfalls bereits seit 1963 an unserer Schule. Unter seiner Führung weitete sich der Horizont der Schüler und Lehrkräfte erneut, sei es durch neue Erfahrungen im Schüleraustausch oder durch die großen Musicals, die in den 1990er Jahren von Schülern für ein großes Publikum im Modeon aufgeführt werden.

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Reformen und Renovierungen: das Gymnasium im Wandel

Das Gymnasium erhält im neuen Jahrtausend mit Dr. Lorenz Deuringer erstmals einen Schulleiter, der nicht aus dem Stall „an der grünen Wiese“ stammt, und viele seiner schulischen Visionen auf fruchtbarem Boden aussäen kann. Dazu gehört nicht nur die Modernisierung und Sanierung des Internats, das auf seine Initiative hin auf einen baulich zeitgemäßen stand gebracht wurde, sondern auch die Erweiterung des Gymnasiums, das aufgrund steigender Schülerzahlen aus allen Nähten platzt. Sein Nachfolger Wilhelm Mooser führt diese Pläne weiter, das Gymnasium entwickelt sich unter seiner Leitung zu einem von vier Begabungsstützpunkten in Schwaben und geht auch in der internen und externen Kommunikation neue Wege.

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Bauliche Erweiterung und energetische Sanierung 2011-2014

"Miteinander leben - voneinander lernen." - Dieses Motto steht als zentraler Leitsatz in der Schulverfassung des Gymnasiums Marktoberdorf. Seit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums im Jahr 2004 verbringen Schüler und Lehrkräfte immer mehr Zeit gemeinsam in der Schule. Um gut miteinander leben und damit voneinander lernen zu können, müssen die schulischen Rahmenbedingungen stimmen. Da das 1963 für ca. 600 Schüler konzipierte Gebäude in vielen Dingen nicht mehr den pädagogischen Anforderungen des neuen Jahrtausende und der veränderten Schulstruktur mit viel Nachmittagsunterricht und zusätzlichen außerunterrichtlichen Angeboten entsprach, konnten die zwischenzeitlich über 1000 Schüler zehn Jahre lang nur durch die Nutzung von Containern auf dem Pausenhof West und durch die Einrichtung von Klassenzimmern im Kellergeschoß untergebracht werden. Auch das Lehrerzimmer wurde 1963 für 50 Lehrkräfte konzipiert -  seit der Jahrtausdenwende unterrichten doppelt so viele Lehrkräfte an unserer Schule. Angestoßen von Schulleiter Dr. Lorenz Deuringer (2000-2008) wurden daher zunächst das Internat und anschließend unter seinem Nachfolger Wilhelm Mooser auch das Schulgebäude umfassend energetisch saniert und um einen Verwaltungstrakt, eine großzügige Schülerbibliothek und einen Lehrersilentiumraum erweitert.

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