STO - vom freiwilligen Arbeitsdienst zur Zwangsarbeit

Ab 1942 litt das Deutsche Reich unter Arbeitskräftemangel, da viele Männer an der Front waren. Deshalb verlangte die deutsche Besatzungsmacht von der französischen Vichy-Regierung mehr Arbeitskräfte. Verantwortlich für deren Einsatz war auf deutscher Seite Fritz Sauckel. Zunächst warb man um Freiwillige. Im Rahmen der Relève (Ablösung) sollte für drei französische Arbeiter, die nach Deutschland gingen, ein Kriegsgefangener freikommen. Da sich zu wenige meldeten, erhöhte die Besatzungsmacht den Druck. Mit dem Gesetz vom 16. Februar 1943 führte die Vichy-Regierung den Service du travail obligatoire (Zwangsarbeitsdienst), kurz STO, ein.

Anfangs betraf er Männer der Jahrgänge 1920 bis 1922, später weitere Jahrgänge und auch Frauen. Die Verpflichteten arbeiteten vor allem in Fabriken, Rüstungsbetrieben und der Landwirtschaft. Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen waren hart und unsicher, jedoch häufig etwas weniger brutal als die der sogenannten „Ostarbeiter“.

Der STO machte aus freiwilliger Anwerbung ein staatlich organisiertes Zwangssystem und bedeutete für viele Franzosen Trennung von Heimat und Familie sowie einen schweren Eingriff in ihre persönliche Freiheit.

Emiliano Schulze Schreiber
Niclas Hummel

Quelle der Originalgrafik: https://www.travail-force.fr/ 
Übersetzung Grafik: Sarah Pfefferle, Emiliano Schulze Schreiber
Bilder: Wikipedia

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